31 Seglerinnen zwischen 14 und 77 Jahren aus vier verschiedenen Ländern mit sechs verschiedenen Nationalitäten – das ist internationale und generationenübergreifende Begegnung mit Inklusionsaspekt. Solche Projekte werden von der EU gefördert, damit die europäische Integration nicht nur eine theoretische Idee bleibt, sondern auch den nötigen „Wind“ bekommt.

Dass Segeln verbindet, wurde bei diesem Mobility-Event vom 04.- 07.Juli 2025 in Überlingen am Bodensee deutlich. Der See zeigte sich von seiner strahlenden Seite und verhalf dem Treffen zu seinem Erfolg: viel Sonne und angenehme Wassertemperaturen, eine tolle Frauengruppe und am Ende auch sehr viel Wind – was wollen Seglerinnen mehr?

Vorbereitet wurde das Treffen hauptsächlich von Mitfrauen der Bodensee-Regionalgruppe, die sich große Mühe gaben, den Gästen die Bodensee-Region näherzubringen. Untergebracht waren die von weit her gereisten Seglerinnen aus Italien, Frankreich und aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands in der schönen Jugendherberge Überlingen. Von den Seglerinnen-Vereinigungen „Mujeres in Mare“ aus Rom und „Les Canoubières“ und „Women for Sea“ aus Marseille kamen 11 Vertreterinnen an den Bodensee. Auch drei junge Frauen aus Afghanistan und der Ukraine, die aus politschen Gründen in Italien leben, konnten aufgrund der Förderung an diesem Treffen teilnehmen.

Acht Boote standen zum Segeln zur Verfügung: Die Crews wurden auf vier private und vier gecharterte Segelboote verteilt und am zweiten Tag gewechselt, so dass möglichst viel Begegnung stattfinden konnte. Verständigt haben wir uns überwiegend auf Englisch.

Am Freitag Abend trafen wir uns zum Kennenlernen im Überlinger „Ostbad“, wo die Gelegenheit zum ersten Kontakt untereinander, mit der Landschaft, dem See und dem regionalen Wein bestand. Die ersten Begegnungen machten Lust auf mehr und so war die Vorfeude auf die nächsten Tage groß.

Am Samstag ging es auf die Boote. Die Vorbereitungs-Crew hatte eine Rally mit verschiedenen Aufgaben rund ums Segeln erstellt, die im Laufe des Tages während des Segelns gelöst werden sollten: Wie heißen die gängisten Segelbegriffe auf Englisch? Wer kann die richtigen Knoten? Wer macht den schönsten Köpfer vom Bug aus? Warum heißt der „Lake of Constance“ auf deutsch „Bodensee“ und welche Orte liegen wo? Besonderen Spaß machte der Baloon-Exchange: Jedes Boot erhielt zu Beginn Luftballons in einer Farbe und sollte am Ende des Tages durch den Austausch mit den anderen Booten auf dem Wasser möglichst viele Farben gesammelt haben.

Am Abend gab es eine wunderbare Party im Garten von Andrea Riedmann mit den Präsentationen der Aufgaben, Prämierung, Musik, Lagerfeuer und guter Stimmung.

Am Sonntag meinte es der Wind fast zu gut mit uns. Wegen Sturmwarnung mussten wir schon gegen 14 Uhr in den sicheren Hafen zurück und machten noch einen Spaziergang durch die Überlinger Innenstadt. Dabei erregten besonders die alten Fachwerkhäuser das Interesse der Gäste. Zum Glück blieb der befürchtete Regen aus und wir konnten trockenen Fußes vom Ufer aus die Kite-Surfer und Laser-Segler beim Kentern beobachten.

Der Ausklang am Sonntag Abend im Clubhaus der Seglergemeinschaft Überlingen stand im Zeichen der Überlegungen, wie und wo eventuelle weitere Treffen stattfinden könnten.

Dieses Treffen in Überlingen war das dritte Mobility-Event in diesem Jahr, das im Rahmen von Erasmus plus gefördert wurde. Im Mai fand ein Treffen in Rom statt, im Juni in Marseille und im Juli nun in Überlingen. Abgeschlossen wird die Reihe Anfang Oktober wieder in Rom, wo sich Vertreterinnen von den vier Vereinen zu einem großen Abschluss-Event mit Segel-Workshops und einer großen Party zusammenfinden.

Margaretha Bucher-Schneider